Hotel Restaurant Zapa am Bodensee
Letztes Wochenende waren wir zu einer Hochzeit am schönen Bodensee eingeladen. Geheiratet wurde in einer Wallfahrtskirche in der angrenzenden Schweiz mit traumhaftem Blick auf den See. Gefeiert wurde anschließend im Hotel-Restaurant Zapa in Bolingen bei Singen. Da ich ein Freund “kurzer Wege” bin, hat uns meine Frau kurzer Hand auch in das Hotel Zapa einquartiert. Bei unserer Ankunft spät abends, wollten wir noch eine Kleinigkeit essen, wurden jedoch darauf hingewiesen, dass dies leider nicht möglich sei, da man eine “Geschlossene Gesellschaft” hätte. Hallo? Ich bin Hotelgast und hätte einfach nur gerne eine Kleinigkeit und das ist nicht möglich, weil es anderen Leuten “zufällig” auch eingefallen ist dieses Etablisment zu frequentieren?
Nachdem sich die ratlosen Blicke meiner Frau und mir dann genügend gekreuzt hatten, beschlossen wir noch das nächtliche Singen mit unseren hungrigen Mägen zu penetrieren und haben uns zum “Frischmachen” erst mal kurz in unser Hotelzimmer zurückgezogen. Dies war eher “spartanisch” ausgestattet, wobei man hier wohl den Spartanern unrecht angedeihen lässt, also sagen wir neudeutsch “minimalistisch” oder “less is more…” somit mussten wir uns mit zwei zusammengestellten Einzelbetten und einem “Kleidergestell” begnügen sowie einem Minifernseher. Dieser stand dann auch noch so geschickt zum Bett, dass man kaum etwas sehen kontne, wenn man im Bett lag, da die Bettdecke das Bild verdeckte, aber nun gut… Man mag sich jetzt wundern, warum ich mich über einen zu kleinen Fernseher echauffieren kann, doch die Erklärung dazu kommt später.
Nachdem wir uns also etwas frisch gemacht hatten, dachten wir, fragen wir mal die Einheimischen, wo man denn in Singen noch eine warme Mahlzeit erhaschen könne. Nachdem der Kellner “leicht ratlos” mit Schweißperlen auf der Stirn in der Küche entschwandt, trat uns der Chef des Hauses gegenüber. Man muss vielleicht den Charm verstehen, den er anschließend versprühte, denn ein “Pfui Deifel” was auf hochdeutsch “Pfui Teufel” heißt, auf die Frage hin zu antworten, woher wir denn kämen und wir ihm ein “aus München” entgegneten, muss man eben nicht so ernst nehmen. Hey das sollte lustig sein…
Nun gut. Wir hatten ihn auf die Frage hin, wohin man denn jetzt noch gehen könne, um noch etwas zu Essen zu bekommen, wohl bei der Ehre gepackt. Denn auf sein “ins Bistro 77″ haben wir ihn wohl so entgeistert angeschaut und ihm eben erklärt, dass wir nicht “Hiesige” seien. Er meinte nur, “…na dann würdet ihr das eh nicht finden…”, ich dachte nur zum Glück! Er fragt uns, ob wir noch eine Kleinigkeit wie Spaghetti Pomodoro wollten, was wir hungrig bejahten. Diese waren dann auch recht lecker, der dazu gereichte Spätburgunder war nicht so der Bringer, aber verträglich und tat sein übriges. Der dazu gereichte grüne Salat war sehr lecker angemacht.
Kurzum wir feierten am anschließenden Tag eine wunderschöne Hochzeit, das Essen war lecker, der Grauburgunder aus dem Ort auch. Der Rotwein hatte ein blumiges Bouqet doch sein Abgang war leider nicht so anhaltend, was das Bouqet jedoch versprach. Kurzum die Hochzeit war dennoch super klasse! Das Duo war der Hammer! Tolle Mucke und wirklich schöne Stimmen! Ich weiß wovon ich spreche, ich habe so ca. 20 Jahre Tanzmusik-Erfahrung bei Hochzeiten und allerlei Anlässen
Um noch einmal auf den kleinen Fernseher zurück zu kommen! Wir nächtigten ja auch im Zapa, das war auch rein logistisch wunderbar, so hatten wir gegen 2.45 Uhr kurze Wege in unser Bett, was im übrigen viel zu weich war, aber das mag ja Geschmacksache sein.
Der Klopper folgte jedoch am nächsten Tag als uns die Rechnung serviert wurde. Das Hotelzimmer kostete pro Nacht sage und schreibe 107,– EUR. Bei zwei Übernachtungen also schon mal 214,– EUR für ein kleines Zimmer mit zwei zusammengestellten Einzelbetten und einem Kleidergestell. Ein Minifernseher und eine nicht vorhandene Minibar, die bei diesem Preis erwartet werden darf, “rundeten” das Angebot noch ab. Zusammen mit zwei mal Spaghetti mit Tomatensoße und einem Salat der pro Portion 5,20 kostet und den Getränken haben wir sage und schreibe 252,– EUR bezahlt. Eine stolze Summe meines Erachtens. Doch bei gerade mal 7 Zimmern muss das wohl so hochpreisig sein
Kurzum kann man dazu nur sagen, es gibt bestimmt günstigere Möglichkeiten bei der wirklich wunderschöne Gegend rund um den Bodensee zu nächtigen, die qualitativ gleichwertig wenn nicht besser sind. Das Zapa ist chic, aber das allein reicht halt eben nicht aus.


3. Oktober 2007 um 12:07
Hallo, als ich gestern auf der Suche nach tollen neuen Rezepten im Internet unterwegs war, bin ich bei eurem Artikel hängen geblieben. Ich fande ihn sehr erheiternd, auch wenn ihr in dieser Situation sicherlich nicht die allergrößte Freude hattet. Das mit dem “schief” angeschaut werden, kenne ich, allerdings ist das bei mir anders herum. Ich bin Kölnerin und für insgesamt zwei Monate in München; ich wurde im ersten Moment auch komisch angeschaut, als ich anstatt einem Radler ein Alster (Bier mit Fanta)haben wollte. Naja man muss sich ein wenig umstellen. Aber, um in Zukunft nicht mehr solche Überraschungen zu erleben, noch ein kleiner Tipp von mir: Informiert euch doch einfach im Voraus nach den Preisen für ein Hotelzimmer
. Dann kommt am anderen Tag auch nicht das böse Erwachen.Aber jetzt noch mal was in eigener Sache: Könnt ihr mir ein paar Tipps geben, was man in München unbedingt gesehen haben muss. Danke schon einmal im Voraus.
LG, Denise
3. Oktober 2007 um 12:48
Hallo Denise,
In dem Fall war es halt einfach nur praktisch und ich habe mit den Kosten auch kein Problem insofern man dafür einen entsprechenden Gegenwert erhält
also natürlich hast Du recht, dass man sich im voraus darüber informieren sollte, wieviel ein Zimmer kostet
Für München einen Tipp abzugeben ist natürlich recht schwer, da es hier einiges Sehenswertes gibt! Kulinarisch kann ich Dir das essneun empfehlen (www.essneun.de) oder auch gerne das La Bouille http://www.labouille.de wenn Du französisches Essen magst. Der Kaisergarten.com ist auch sehr lecker. Kultur kann man im Lenbachhaus oder in der Pinakothek der Moderne unter http://www.pinakothek.de tanken. Das Gärnterplatzviertel bietet auch viel Illustres
Im Englischen Garten am Seehaus gammeln geht natürlich auch immer